IDC Predictions

IDC FutureScape zeigt die Auswirkungen der „Digital Supremacy“

In den letzten fünf Jahren hat IDC das Wachstum der digitalen Wirtschaft und des digitalen Wandels dokumentiert, den Unternehmen annehmen müssen, um in diesem boomenden Wirtschaftszweig dauerhaft bestehen zu können. Am Ende dieses Jahrzehnts nähert sich die digitale Wirtschaft einem kritischen Wendepunkt. IDC prognostiziert, dass die Weltwirtschaft bis 2023 mit mehr als der Hälfte des gesamten weltweiten BIP die „digitale Vorherrschaft“ (Digital Supremacy) übernehmen wird – vorangetrieben von Produkten und Dienstleistungen digital transformierter Unternehmen.

Die Auswirkungen auf die Unternehmen werden enorm sein: Wer in digital-dominierten Wirtschaftsbereichen nicht konkurrieren kann, wird dann häufig auch in seinen Kernmärkten nicht bestehen können – weil dieser Teil vom Digitalen Bereich abhängig ist.

„Da mehr als 50% der Weltwirtschaft bis 2023 digitalisiert sein wird, braucht es eine neue Art von Unternehmen, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Unsere Prognosen für 2020 zeigen, dass sich Unternehmen auf die digitalisierte Wirtschaft vorbereiten, indem sie Investitionen in Schlüsseltechnologien und neue Geschäftsmodelle forcieren, um zu hyperschnellen, hyperskalierten und hypervernetzen Unternehmen zu werden“, sagt Frank Gens, Senior Vice President und Chief Analyst bei IDC.

Ein detaillierter Blick in die Top Ten der weltweiten Prognosen der IT-Branche von IDC zeigt:

  1. Unternehmen treiben Innovationen voran. Bis 2024 werden über 50% aller ITK-Ausgaben in die digitale Transformation und Innovation fließen, gegenüber 31% im Jahr 2018 – bei einem durchschnittlichen Wachstum von jährlich 17%. Trotz steigender Investitionen in Innovation werden Unternehmen auch ihre traditionellen ITK-Budgets optimieren, indem sie zu weniger arbeits- und kapitalintensiven Geschäftsmodellen – wie Cloud-Lösungen – übergehen.
  2. Zunehmende Cloud-Vernetzung. Um in der Digital-First-Wirtschaft bestehen zu können, müssen digitale Anwendungen überall und jederzeit laufen können. Dies erfordert eine stärkere Integration von Anwendungen, Daten und Management über alle Cloud-Anbieter und -Standorte hinweg. Bis 2022 werden 70% der Unternehmen ihre Public und Private Clouds über einheitliche Hybrid-/Multicloud-Management-Technologien, -Tools und -Prozesse zusammenführen.
  3. Stärker dezentralisieren. Die Gründe, IT-Services stärker zu dezentralisieren, werden deutlich wichtiger, um die Erwartungen der Anwender zu erfüllen und wichtige, lokale Entwicklungen zu unterstützen. Bis 2023 wird über 50% der neu installierten IT-Infrastruktur nicht in Rechenzentren, sondern dezentralisiert betrieben – heutzutage sind es nur 10%. Und bis 2024 wird die Anzahl der dezentralen Anwendungen um 800% steigen.
  4. Digitale Innovationsfabriken. Als softwaregesteuerte „Digitale Innovationsfabrik“ zu arbeiten, wird zur Schlüsselfähigkeit eines Unternehmens, um sich nachhaltig und erfolgreich vom Wettbewerb in der eigenen Branche zu differenzieren. Bis 2025 werden fast zwei Drittel der Unternehmen produktive Softwarehersteller sein, die täglich Code bereitstellen, über 90% davon native Cloud-Apps, mit einem externen Code-Anteil von 80% und mit 60% mehr Entwicklern als heute.
  5. Extremes Wachstum von Branchen-Apps. Bis 2023 werden über 500 Mio. digitale Apps und Dienste mit Cloud-basierten Ansätzen entwickelt und bereitgestellt – so viele wie in den letzten 40 Jahren. Die meisten davon werden branchenspezifische Digitale-Transformations-Anwendungen sein. Dieses Extremwachstum digitaler Anwendungen und Dienste wird die minimalen Wettbewerbsanforderungen in jeder Branche neu definieren.
  6. Ohne KI geht nichts mehr. Bis 2025 werden bereits 90% der neuen Unternehmens-Apps künstliche Intelligenz beinhalten. Die meisten davon nutzen KI-Techniken für schrittweise Verbesserungen, um Anwendungen „intelligenter“ und dynamischer zu machen. Disruptive, hautsächlich auf KI basierende Anwendungen werden länger brauchen, bis sie entwickelt und im Massenmarkt angekommen sind. Sie werden bis 2025 etwa 10% der gesamten Unternehmensanwendungen ausmachen. Bis 2024 werden über 50% der Anwender-Interaktionen über KI-gestützte Computer-Visualisierungen, natürliche Sprach- und Textauswertung sowie AR/VR erfolgen.

„Die Bedeutung und die Auswirkungen von KI auf die Fähigkeit von Unternehmen, neue Produkte und Dienstleistungen, neue Kundenerfahrungen und neue Geschäftsmodelle in den kommenden Jahrzehnten zu entwickeln, werden gerne unterschätzt“, ergänzt Gens. “ Bis 2025 erwarten wir, dass Unternehmen, die KI-fähige und KI-basierte Apps einsetzen, Wettbewerbsvorteile durch kürzere Reaktionszeiten, größeren Erfolg durch Produktinnovationen und höhere Kundenzufriedenheit erzielen.“

  1. Vertrauen wird wichtiger. Vertrauen aufzubauen, wird für das Bestehen in der digitalen Wirtschaft sehr wichtig werden. Kunden werden von ihren Geschäftspartnern verlangen, dass sie ihre digitale Vertrauenswürdigkeit unter Beweis stellen. Bis 2023 wird die Hälfte der 2000 weltweit größten Unternehmen einen Chief Trust Officer ernennen, der die Vertrauensbildung in den Bereichen Sicherheit, Risiko, Compliance, Datenschutz und ethische Geschäftsgrundsätze steuert.
  2. Jedes Unternehmen ist eine Plattform. Bis 2023 werden 60% der Global-2000-Unternehmen digitale Entwicklungsabteilungen mit Tausenden von Entwicklern unterhalten. Die Hälfte dieser Unternehmen wird über 20% ihrer digitalen Einnahmen über ihre digitalen Entwicklungsbereiche erzielen. Außerdem müssen sich Unternehmen gut als digitale Dienstleistungsanbieter positionieren. Für viele ist dies ein völlig neues Anwendungs- und Geschäftsmodell.
  3. Brachenübergreifende Mashups. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, branchenübergreifend neue digitale Partnerschaften zu bilden, um Kundenbedürfnisse besser bedienen zu können. Bis 2025 werden 20% des Umsatzwachstums auf „White-Space“-Angebote entfallen, die digitale, bisher branchenfremde Dienstleistungen kombinieren. Ein Fünftel der Geschäftspartner wird aus diesen neuen Branchen kommen.
  4. Die Plattformkriege gehen weiter. Bis 2023 werden die Top 5 der großen Public-Cloud-Plattformen mindestens 75% des IaaS- und PaaS-Marktanteils auf sich vereinen, während die Zahl der SaaS-Anbieter, die zu Plattformen werden, drastisch steigen wird. Die Top 10 der reinen SaaS-Anbieter werden durchschnittlich fast 20% Umsatz mit dem Ausbau ihrer PaaS-Services generieren. Diese Entwicklung muss man besonders beobachten, da SaaS-Anbieter darauf hinarbeiten, Key-Partner der digitalen Innovationsfabriken in Unternehmen zu werden.

Tiefergehende Informationen und Daten zu den weltweiten Prognosen von IDC zur IT-Branche finden Sie im Report: IDC FutureScape: Worldwide IT Industry 2020 Predictions (IDC #US45599219, in Englisch). Pressevertreter erhalten auf Anfrage gerne eine Kopie des Reports. Um eine Kopie anzufordern oder einen Interview-Termin mit Frank Gens zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an Katja Schmalen unter +49 69 90502-115 oder kschmalen@idc.com.

Eine Video-Aufzeichnung der „IDC Worldwide IT Industry Predictions Web Conference“ wird kurzfristig zur Verfügung stehen, wie auch mehr als 20 weitere FutureScape-Webkonferenzen, die Themen wie Digitale Transformation, die CIO Agenda, Internet der Dinge, Smart Cities sowie Cloud- und branchenspezifische Themen behandeln. Um sich für eine dieser Veranstaltungen anzumelden, besuchen Sie bitte http://www.idc.com/events/futurescape